Den Blick auf die Gründe gerichtet

  • geschrieben von Annika Kurz

Warum sind Menschen auf der Flucht, wie geht es Ihnen dabei und welche Fluchtwege haben sie? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Ausstellung, die von „Brot für die Welt“  zusammengestellt wurde und die diese Woche Rast in der Schule im Ostergrund in Treysa machte.

Organisiert wurde die Reihe „Fluchtursachen und Gründe“ von der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und dem Kirchenkreis Ziegenhain und seinem Ehrenamtskoordinator Daniel Helwig. Das Ziel der Reihe, die Schwälmer für Fluchtursachen zu sensibilisieren.

Zusammen mit Mahi Akrami, einer geflüchteten Frau aus dem Iran, kam Daniel Helwig zwei Tage in die Schule im Ostergrund um den Schülern einiges zum spannenden Thema zu erzählen und um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Vor allem Frau Akrami, die aus dem Iran nach Deutschland flüchtete, verstand es, den Schülern wirklich nahe zu bringen, was Flucht bedeutet. Ihre Geschichte von einem Leben voller Verbote und ohne Selbstbestimmung stimmte die Schüler meist sehr nachdenklich. Man spürte, dass Mahi ihr Land, welches sie als Mutter bezeichnete, nicht gern verließ. Doch ihr Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben ohne Verbote war größer, als sie sich auf die lange Flucht nach Europa machte und alles zurückließ.

Die Schülerinnen und Schüler konnten sich nicht nur über verschiedene Fluchtgründe informieren, sie konnten auch einige Dinge selbst testen und erfahren. So packten zum Beispiel Giulia, Annabelle, Anna-Sophie und Aylin in Windeseile einen Koffer, um ihre Flucht vorzubereiten. Was muss mit rein und was muss man im Zweifelsfalle zurücklassen? Keine einfache Aufgabe wie sich herausstellte, denn die Mädchen überlegten und diskutierten sehr lange, was sie mitnehmen würden. Andere hingegen schauten, wie das Leben in einem Flüchtlingslager sein kann. Sie konnten in einem kleinen Zelt Platz nehmen, in dem eine fünfköpfige Familie leben muss, wenn sie in ein Auffanglager kommt. Ihr Resultat: Ganz schön eng.

Die wichtigste Botschaft gab den Schülern am Ende Mahi Akrami mit auf dem Weg: Den Menschen, die meist sehr unfreiwillig hier in Deutschland leben, weil sie in Frieden und ohne Angst leben möchten, freundlich und offen zu begegnen.