Klassenfahrt nach Föhr - von Wattwürmern und anderen Katastrophen

  • geschrieben von Annika Kurz

„Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen.“

Frei nach dem Zitat von Matthias Claudius, wollen wir euch heute von der Klassenfahrt nach Föhr berichten, zu der Anfang Mai 44 Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 7 aufbrachen.

Schon Tage vorher konnte man die Anspannung und Aufregung der Schüler bemerken und so war es gut, dass dann an einem Dienstagmorgen der Bus pünktlich vom Busbahnhof der Schule im Ostergrund aufbrach. Einige Eltern blieben noch zum Winken und schon waren wir weg. Die Busfahrt gestaltete sich recht entspannt und neben wichtigen Gesprächen spielte man am Handy und aß Unmengen Süßigkeiten. So wie eigentlich den Rest der Fahrt auch. Acht Stunden später erreichten wir dann endlich den Fährhafen von Dagebüll und fast alle staunten nicht schlecht, als sie vom friesischen Wind fast weggepustet wurden. Man spürte es sogar am eigenen Leib, denn die Schwälmer Schüler waren nicht perfekt angezogen für nordfriesische Temperaturen. Nach 90 Minuten Warten und einer 40 minütigen Fährfahrt kamen wir endlich in Wyk an und waren froh, dass der Bus uns zur Jugendherberge brachte. Zum Glück war es schon recht spät, ansonsten hätten die überaus sportlichen und motivierten Lehrer Frau Schönhut, Frau Kurz, Herr Vauth und Herr Helwig darauf bestanden, die wenigen Kilometer zur Herberge zu laufen. Dort angekommen wurde erst einmal gegessen und dann endlich die Zimmer bezogen. Der Abend lief mit Strandbesuch und Fußballspielen oder Chillen aus.

Am nächsten Morgen startete man nach dem morgendlichen Wecken und dem Frühstück in die Stadt von Wyk. Die Schüler konnten shoppen und sich vergnügen, die Lehrer natürlich auch. Gegen Mittag fuhr man dann zu einem Strand, wo Herr Fischer auf uns wartete. Herr Fischer, ein älterer Pensionär mit passendem Hut, Sonnenbrille und Spaten bewaffnet, brachte uns den Lebensraum Watt näher. Er buddelte Wattwürmer aus, ließ Muscheln im Sand verschwinden oder pfiff uns mit seiner Trillerpfeife wieder zusammen, damit keiner in den endlosen Weiten des Watts verloren geht. Den Kindern gefiel der Barfußspaziergang über den Meeresboden und man sammelte fleißig Muscheln für zuhause. Übrigens, Seehunde waren auch zu sehen. Manche sehr weit weg, manche ganz dicht neben uns. Der Rückweg gestaltete sich etwas schwieriger, da man gegen Windstärke 7 circa vier Kilometer nach Hause laufen musste. Glücklich und völlig erschöpft kauften einige noch bei einem großen Discounter ein und gingen dann zurück zur Jugendherberge, wo man schon auf das Abendessen wartete.

Am nächsten Morgen war wieder wecken, waschen, frühstücken angesagt und dann ein langer Weg zum Hafen von Wyk, da dort ein Boot auf uns wartete. Seetierfang war angesagt. Während der Bootstour wurden dreimal die Netze ausgeworfen, um Tiere des Meeres zu fangen. Die Schüler staunten nicht schlecht, als sie Seesterne oder Garnelen anfassen konnten. Manch einer ließ sich sogar von einem Krebs zwicken. Der Nachmittag klang dann kulturell aus, die Schüler brachen auf zur Museumsrallye im Friesenmuseum. Und dann hieß es wieder nach Hause laufen. Müde und erschöpft erreichten wir am späten Nachmittag die Jugendherberge. Nach dem letzten Schreiben der Berichte war Freizeit angesagt am Strand oder um die Jugendherberge herum. Am Freitagmorgen brach schon der letzte Tag der Fahrt an und nach vier Tagen voll Power hegten einige  den Wunsch, langsam wieder nach Hause fahren zu wollen. Nach einem langen Spaziergang am Strand standen dann schon das Kofferpacken und der Besuch in einem Schwimmbad an. Am nächsten Morgen mussten wir früh aufbrechen, um die Fähre um halb 9 zu erreichen. Völlig reibungslos klappte dies alles und schon konnten wir der Insel Föhr den Rücken kehren. Glücklich wieder nach Hause zu können, aber völlig zufrieden mit der Fahrt, die den Jahrgang 7 wieder ein bisschen mehr zusammen geschweißt hat.