Heimat ist da, wo ich mich wohlfühle

  • geschrieben von Annika Kurz

Den Begriff Heimat kann wohl jeder für sich ganz individuell erklären. Heimat kann ein Land sein, ein schönes Gefühl, der Gedanke an eine Musik oder eine besondere Lebensart.

Letztendlich kann Heimat überall sein und letztendlich möchte wohl niemand seine Heimat verlassen müssen. Dennoch gibt es in der Geschichte immer wieder Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, weil sie zum Beispiel verfolgt werden, weil es keine Nahrung gibt oder Krieg.

Mit dem Begriff der Heimat beschäftigten sich die beiden Schauspielerinnen aus Fulda Barbara Gottwald und Jessica Stukenberg  in ihrem Stück „Fluchtgedanken 3.0“, welches sie am den Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und 10 der Schule im Ostergrund präsentierten. Mit nur wenigen Requisiten und einem schmalen Gang als Bühne zogen die beiden die Mädchen und Jungen in ihren Bann. Sie zeigten in ihrem eigens geschriebenen Theater-Recherche-Projekt, was es bedeutet, auf der Flucht zu sein. Hierzu nahmen sie die Rollen von Vertriebenen nach dem zweiten Weltkrieg, von Gastarbeitern und jungen Geflüchteten von heute ein. Hierbei verstandenen sie es, die Nöte und Ängste der Menschen darzustellen. Die dazu nötigen Inhalte und Gedanken bekamen sie durch Interviews mit den Menschen selbst.

So wurde den Schülern schnell deutlich, welche Angst ein Jugendlicher haben muss, wenn er durch einen Schlepper in ein ihn unbekanntes Land gebracht wird. Oder welche  Gefühle aufkommen, wenn vor einem ein Beamter steht, der laut sprechend etwas von einem möchte und man selbst nichts versteht. Die Schauspielerinnen wechselten hierzu recht schnell ihre Rollen und waren mal ein Beamter, mal ein Gastarbeiter aus Italien, mal ein Vertriebener aus dem Osten. Diese Wechsel erzeugten sie mit nur wenigen Requisiten so zum Beispiel einem Kopftuch, einer Schiebermütze oder durch eine Wolldecke, die über die Schultern hing. Die Schüler folgten dem Stück sehr aufmerksam und beobachteten, was Stukenberg und Gottwald aufführten ganz genau. Mal wurde gelacht, mal gestaunt und manchmal auch geweint, weil die Schicksale einen dann doch ansprechen.

Im Anschluss an das gut einstündige Theaterstück nutzten die Schüler die Gelegenheit um Fragen zum Stück und zur Entstehung zu stellen. Aber auch Gedanken zum Thema Heimat wurden aufgegriffen und so sagte ein Schüler: „Deutschland ist schon schöner und sicherer zum Leben, aber meine Heimat ist dann doch da, wo meine Großeltern leben. Da fühle ich mich irgendwie mehr zuhause.“