Rathauschef wird Pate

  • geschrieben von Annika Kurz

Einen besonderen Termin hatte die Schülervertretung (SV) der Schule im Ostergrund am Mittwoch vor den Ferien in ihrem Terminkalender. Sie besuchten gemeinsam mit ihren SV-Lehrerinnen Sandra Schönhut und Ellena Martin Bürgermeister Stefan Pinhard im Rathaus in Treysa. Ihr Anliegen: den neuen Rathauschef  als Paten für das Zertifikat „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ zu gewinnen.

Tief beeindruckt zeigten sich die sechs Schülerinnen und Schüler, als sie den Sitzungssaal zum Gespräch betraten. Als erstes stellte die SV ihre Schule vor und berichtete, wie gerne sie Schüler der Schule am Treysaer Ortsrand seien. Das Miteinander sei freundlich und weitestgehend unkompliziert. Dennoch, sagten sie mit einem Augenzwinkern, gäbe es auch mal Streit. Der werde aber dann durch Lehrer oder auch die SV behoben. Auch berichteten sie Herrn Pinhard, welche Projekte und Aufgaben die Schülervertretung übernehme. Zum Beispiel organisiere man verschiedene Projekte wie zum Beispiel die Ausstellung zu den NSU-Attentaten, man sei Ansprechpartner für jüngere Schüler oder helfe bei verschiedenen schulischen Veranstaltungen.

Sie fanden beim Bürgermeister ein offenes Ohr und auch auf die Frage, ob er die Patenschaft für ihr Zertifikat übernehme, stießen sie beim Rathauschef auf positive Resonanz, denn dieses Projekt sei sehr wichtig, erklärte Schülerin Ilayda Kocak. Offenen Rassismus gäbe es in der kleinen Schule nicht, so die Schülerin. Vielmehr würde man Projekte anbieten, die das Miteinander fördern und die Schulgemeinschaft stärken. So arbeite man zum Beispiel mit dem Arbeitskreis für Toleranz und Menschenwürde zusammen und veranstaltete einen Bunten Nachmittag. Auch die SV-Lehrerinnen betonten, dass im kleinen System der Schule im Ostergrund die Werte Toleranz und Respekt ganz bewusst vom Kollegium vorgelebt werden. In der Schule gäbe es viele Nationen und in jeder Klasse findet man Kinder, die ihre Wurzeln nicht in Deutschland haben.  Die Aufrechterhaltung des Zertifikats ist deshalb von besonderer Wichtigkeit, erklärte Ellena Martin. Insgesamt positiv gestimmt, verließ die kleine Abordnung das Rathaus nach gut zwei Stunden. Einmal waren die Schüler sehr angetan von dem freundlichen und offenen Gespräch und zum anderen haben sie ihre Mission erfüllt. Stefan Pinhard erklärte sich sofort bereit, die Patenschaft zu übernehmen und die Schule zu unterstützen. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken.