Hier gab es was für die Ohren

  • geschrieben von Annika Kurz

Dass das Hören eine wichtige Sinneseigenschaft ist, nimmt man im Alltag in der Fülle der uns umgebenden Sinneseindrücke oft gar nicht mehr richtig wahr. Dennoch liebt jeder ein bestimmtes Geräusch.

Manche mögen es, wenn die Vögel morgens zwitschern, manche mögen das Geräusch eines laut aufbrummenden Motors oder das Geräusch der Kaffeemaschine, die leise vor sich hin gluckert. Wie das Hören funktioniert und welche nicht mehr bewusst wahrgenommenen Hörerlebnisse auf einen im Alltag warten, beschäftigte ganz intensiv die Klassen 6a und 6b der Schule im Ostergrund in den vergangen Wochen. Gut fünf Wochen bereiteten sie sich auf die Teilnahme am „Earsinnig hören“ Projekt vor, bei dem sie Mitte März mitmachten. Ausgeschrieben wurde das Medienkompetenzprojekt von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die mit diesem Projekt das Zuhören schulen möchte. Vor Ort unterstützt wurde es von der Stadtsparkasse Schwalmstadt durch den Vorstand Wilhelm Bechtel.

Angemeldet wurden die Klassen von der Musiklehrerin Stephanie Leißner und der Klassenlehrerin Martina Maßmeyer, die für die erfolgreiche Durchführung extra eine Weiterbildung in Frankfurt besuchten. Das Besondere sei in diesem Fall, dass nicht jede Schule daran teilnehmen dürfe, erklärte Frau Leißner. Nach einer Bewerbung und einem kurzen Bewerbungsverfahren erhielt die Treysaer Haupt- und Realschule den Zuschlag. Die Ergebnisse des Projektes, welches an zwei Tagen von Julia Spatz und Maria Bonifer vom Hessischen Rundfunk begleitet wurde, konnten den Eltern und Schülern am vergangenen Mittwoch präsentiert werden. Die zahlreich gekommenen Eltern staunten nicht schlecht, als sie die Ergebnisse im bunt dekorierten Mehrzweckraum bestaunten.

Die Intention wurde schon bei der Präsentation deutlich: Das Zuhören schulen. Und das ist gar nicht so einfach, einfach nur zuhören ohne von einer Flut von Bildern und Emotionen begleitet zu werden. Nach einer kurzen Massage für die Ohren wurden die Zuschauer von der Klasse 6a auf einen Klangspaziergang durch das Schulgebäude mitgenommen. Man wanderte durch die Turnhalle, in der Bälle den Boden berührten, vorbei an den Tischtennisplatten und am Drucker im Druckraum der Lehrer. Die akustischen Momente waren sehr vielseitig. Gut fünf Wochen hätten die Schüler immer wieder an ihren Arbeiten gesessen und Aufnahmen gemacht, erklärte Frau Leißner. Dabei hätten sie konzentriert und motiviert gearbeitet, um tolle Ergebnisse zu erzielen.

Dabei verstanden es die beiden Lehrerinnen, ihre Fächer Musik und Englisch thematisch miteinzubinden. Zum Beispiel erarbeiteten Schüler einen englischen Sketch oder das englischsprachige Hörspiel vom Geburtstag des Frosch Jumpers. Aber es wurden nicht nur Aufnahmen gemacht. Die Schüler wurden auch in die Kunst des Zuhörens eingeweiht, eine Sache, die vielen gar nicht mehr so leicht fällt und es wurde über das Ohr und seine Funktion im Allgemeinen gesprochen. Mit den beiden Medienprofis Julia Spatz und Maria Bonifer entdeckten sie dann die Radiowelt und bearbeiteten ihre Beiträge, berichtete Frau Leißner.

Einen Interviewbeitrag erarbeiteten die Mädchen und Jungen der 6b. Sie befragten das Schulleitungsteam nach ihren Lieblingsgeräuschen, ihren peinlichsten Momenten im Unterricht oder ihrer Fahrtzeit in die Schule. Auch Passanten aus Treysa wurden auf Band aufgenommen. Befragt wurden sie hierbei nach ihrem schönsten Geburtstag oder ihrem Lieblingsgeräusch. Nach einer guten Stunde war die beeindruckende Radio Bühnenshow beendet und die Zuschauer spendeten viel Applaus, den die stolzen Schüler gerne annahmen.