Exkursion Buchenwald

  • geschrieben von Katharina, R10

Ich berichte vom 8. Mai 2018. An diesem Tag fuhr ich mit meiner Klasse und den Hauptschulklassen in das Konzentrationslager Buchenwald in Thüringen. Bereits am Tag vor der Fahrt machte ich mir Gedanken über meine Gefühle, wenn ich dort sein werde, an einem Ort der Qual und Demütigung. Ich fragte mich: Wie würde es sein, die Barriere zur Realität zu überschreiten?

Was ich genau damit meine ist, dass wir das Thema des 2. Weltkriegs, der Judenverfolgung und letztendlich über KZ´s schon lang im Unterricht bearbeiten. Jedoch übertraten alle Geschehnisse immer wieder meine Vorstellungskraft, aber auch die Realisierung für Unmenschliches fehlte mir bislang.

Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich den doch zu kurzen Aufenthalt bedauere. Aber ich war wirklich angewidert, erschrocken und zugleich fasziniert, wie leicht man eine gesamte Nation zum Antisemitismus, Fremdenhass bringen kann und diese wie Puppen zu seinen Zwecken richten und nutzen kann. Wie Weizsäcker 1985 in seiner Rede sprach: „Erinnern heißt, eines Geschehens so ehrlich und rein zu gedenken, dass es zu einem Teil des eigenen Inneren wird.“ Dieser Besuch hat mir geholfen mich zu erinnern, an eine Zeit gar nicht so weit vor meiner Zeit. Eine Zeitspanne der Demütigung der Unschuldigen, Tötungen und Zerreißungen von vielen Familien. Viele haben nur tatenlos zugesehen oder selbst an dem Massaker teilgenommen, aus Angst oder purer Gönnung. Wie die Torinschrift in Buchenwald lautet: „Jedem das seine“, dachten wahrscheinlich viele. Ich finde es überaus wichtig, die Jugend an Zeiten zu erinnern, die sie nicht mehr beeinflussen kann. Aber nur so können alle gemeinsam die Zukunft beeinflussen, um solch menschenverachtenden Systeme nicht mehr möglich zu machen.“