Ausgebildet fürs Lesen im Seniorenheim

 

Ausgebildet  fürs Lesen im Seniorenheim

"Geschichten aus dem Koffer" heißt ein Projekt, welches von der Initiative Stiftung Lesen ins Leben gerufen wurde und seit einigen Jahren erfolgreich für Schulen in Deutschland angeboten wird. Was dahinter steckt? Interessierte Schülerinnen und Schüler werden zu Lesescouts ausgebildet und gehen nach ihrer Ausbildung regelmäßig in ein Seniorenheim, um dort den alten Menschen vorzulesen und um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Im Rahmen des Lese- und Deutschunterrichts brachten die Deutschlehrerinnen der F6a Annika Kurz und der F6b Ingrid Dietz im Herbst letzten Jahres den Stein dafür an der Schule im Ostergrund ins Rollen.

Die beiden meldeten die beiden sechsten Klassen der Schule an und besuchten noch im Dezember die Seniorinnen und Senioren im Altenheim in der Breslauer Straße. Dort kam man zu Beginn etwas zögerlich ins Gespräch mit den Bewohnern. Die Barriere, mit fremden Menschen zu sprechen, die auch noch älter und fremd waren, war für viele Kinder ungewohnt, beobachteten die Lehrerinnen. Aber schon nach kurzer Zeit brach bei den meisten das Eis. Man unterhielt sich, spielte Spiele, schaute sich die Zimmer an oder man las schon vor. Nicht wenige waren überrascht, als die Zeit des Besuchens schon vorbei war. Und viele schüchterne oder sonst unruhigere Kinder zeigten sich plötzlich von einer ganz anderen Seite.

Deswegen erstaunte es die beiden Pädagoginnen nicht, dass sich rund 20 Schülerinnen und Schüler daraufhin zum Lesescout ausbilden ließen. Nach den Weihnachtsferien war es dann soweit.  Eilsabeth Gessner und Horst Paul Kuhley vom Forum-Lesen aus Kassel kamen zweimal in die Schule im Ostergrund, um die Schüler auf ihre Aufgabe vorzubereiten. Die Mädchen und Jungen bekamen hierzu vor allem Tipps für gutes Vorlesen. Man erarbeitete, wie man einen Text richtig vorbereitet und worauf es beim Lesen ankommt. Die Schüler wurden aber auch darin bestärkt, sich eine gute Leseatmosphäre vor Ort zu schaffen, damit es den Kindern gut geht und damit ihre Mühen auch gut präsentiert werden können.

 Damit die Schüler richtig vorbereitet sind, gab es von der Stiftung Lesen einen Koffer voller Bücher mit Themen für Senioren. Und nun, wo die Schüler bereit sind, geht es nun endlich bald ins Seniorenheim. Denn in Kleingruppen werden die Schüler nun regelmäßig dorthin gehen, um dort mit der älteren Generations ins Gespräch zu kommen. Mit Spannung und Freude warten die Sechstklässler nun auf den Tag, wo es endlich losgeht. Denn sie alle machen es freiwillig am Nachmittag. Warum? Weil man so jemandem eine Freude machen kann, sagen sie. Außerdem habe es Ihnen Spaß gemacht, mit den Damen und Herren ins Gespräch zu kommen. "Dies ist eine sehr gute Basis für dieses Projekt, welches von nun an so oder angewandelt zum festen Bestandteil des Schulkalenders werden soll", erklärten Ingrid Dietz und Annika Kurz.