Berufs­orientierung im Rahmen der Werkstatttage

  • geschrieben von Annika Kurz

Zwei Wochen keine Schule. Nicht sechs Stunden am Tisch sitzen lesen, schreiben, rechnen oder Hausaufgaben machen. Hört sich nach Ferien an, war aber nicht so.

Frei gab es nicht für die rund 60 Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 8. Sie befanden sich zwei Wochen lang in den Werkstatttagen. Diese sind eine Art Minipraktikum. Jeweils drei Tage arbeiten die Schüler in einem Berufsfeld, um zu schauen, wo ihre Stärken und Schwächen liegen und um ihre Berufsorientierung zu forcieren. Allerdings waren die Werkstatttage nicht weniger anstrengend, denn schon nach dem ersten Tag fiel das Fazit: „Sehr schön, aber richtig anstrengend“. Denn was es heißt, einen Tag von morgens bis nachmittags zu arbeiten, wissen Schüler mitten in der Pubertät noch nicht. Sich nicht hinsetzen zu können wann man will, für eine Stunde mit dem Pinsel eine Fassade anzumalen oder den ganzen Tag an der Werkbank zu stehen und zu hobeln war für viele bisher nur schnöde Theorie, die sich jetzt in Praxis umwandelte.

Die Werkstatttage seien wichtig für die Schüler, um zu schauen, wo ihre berufliche Orientierung hingehen könnte, erklärte der Koordinator für Berufsorientierung der Schule im Ostergrund Jan Vauth. Die Mädchen und Jungen können in verschiedene Berufssparten reinschauen und schnell zeige sich, dass harte Arbeit entweder gut ankommt oder doch so gar nicht. Beim Garten- und Landschaftsbau zeigten sich viele sehr interessiert beim Bau einer Sichtschutzmauer oder dem Pflastern einer Terrasse. Im Bereich Metall wurde geschweißt, gedreht und geformt beim Bau einer Metallrose oder eines kleines Grills. So fiel bei einigen Jungen schnell der Wunsch, etwas im Bereich Metall nach der Schule zu machen. Gerade für die Schüler, die die Schule in gut 18 Monaten mit einem Hauptschulabschluss verlassen werden, seien diese Tage sehr wichtig und interessant und einige zeigten sich definitiv angetan von den praktischen Tagen, an denen sie endlich machen konnten. Die Schaffer unter den Schülern packten an und bewiesen schon so einiges an Fachwissen und handlichem Geschick, sodass vor allem die drei Klassenlehrer viele von ihren Schäfchen mal ganz anderes erleben konnten.

Unterstützt werden diese Praxistage in der Schule im Ostergrund von der Berufshilfe Hephata, die die verschiedenen Berufssparten anböte, erklärte Vauth. Sie organisieren die Abläufe und die Betreuung der Schüler. Die Lehrer der Schule im Ostergrund schauen jedoch jeden Tag vorbei, um zu schauen, wie sich die Schüler  entwickeln.

Und nach zwei Wochen Arbeit kamen die Schüler wieder gerne in die Schule zurück. Viele sogar schon mit einem Ziel vor Augen, wo es beruflich für sie mal enden könnte.